Tracht, Tanz & Kahnfahrt im Spreewald

Freitag, 8 Uhr, Karlsruher Hauptbahnhof – und schon rollte unser Zug Richtung Norden. Mit dem ICE ging es nach Berlin, von dort weiter nach Lübben ins Herz des Spreewalds. Am Bahnhof wartete bereits Juliane auf uns und brachte uns zur Jugendherberge – ein echtes Schmuckstück direkt an der Spree. Idyllisch, grün, und mit einem kleinen Haken: Die Mücken hatten uns bereits erwartet. Mückenspray wurde fortan unser bester Freund. Nach dem Abendessen hieß es: Tanzschuhe raus! Gemeinsam mit der Trachtenjugend übten wir die Tänze für den großen Auftritt am nächsten Tag – motiviert, ausgelassen und mit wachsender Vorfreude. Am Samstagmorgen schlüpften wir nach dem Frühstück in unsere Trachten und fuhren nach Lübbenau zum Markt der Traditionen, der Eröffnungsveranstaltung des Trachtentags. Zwischendurch fand im Rathaus eine – sehr zügige – Präsidiumssitzung der Deutschen Trachtenjugend statt, bevor wir die Tänze noch einmal polierten und uns beim Mittagessen mit den anderen Trachtengruppen stärkten. Dann entdeckten wir unseren Lieblingsplatz: eine Bank direkt an der Spree, wo wir in voller Tracht zur echten Attraktion für die vorbeifahrenden Kahnfahrer wurden. Kurz darauf folgte unser großer Auftritt gemeinsam mit der Trachtenjugend. Zu Ehren des Spreewalds tanzten wir den Muggebatscher – aber auch Das Große Gerenne, die Sauerländer Quadrille Nr. 4 und den Schlittschuhläufer durften natürlich nicht fehlen. Zur Belohnung gab es Eis und kühle Getränke zurück auf unserer Bank. Beim Schlendern über den Markt der Traditionen ließen wir uns dann das Wichtigste nicht entgehen: Spreewald-Gurken, frisch und knackig. Pflicht! Den Nachmittag krönten zwei vollbesetzte Kähne mit Mitgliedern der Deutschen Trachtenjugend – und ein spontaner Wettbewerb der Kahnführer. Christoph und Franzi aus Rosenheim durften selbst zum Staken greifen und wurden bewertet. Kentern? Knapp vermieden. Das Gelächter war groß. Zum Abschluss des langen Tages lud die Orangerie zum gemeinsamen Abendessen aller Trachtengruppen ein. Zurück in der Jugendherberge, endlich aus der Tracht heraus, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen – mit Akkordeon, Kontrabass und bester Stimmung. Die Bayern zeigten unseren Mädels noch das Schuhplatteln. Was für ein Abend. Am Sonntagmorgen stiegen wir müde – aber glücklich – in den Zug Richtung Berlin. Ein letzter Abstecher zum Brandenburger Tor und zum Reichstag, entspannen an der Spree für die Erwachsenen, shoppen im Hauptbahnhof für die Mädels – und dann ging es heimwärts. Ein unvergessliches Wochenende für die Trachtengruppe Billigheim. Der Spreewald hat uns verzaubert – Mücken inklusive.

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